Grenzenlos Kultur erleben

Seit jeher zog das Grenzgebiet im Dreiländereck am Reschenpass die Menschen an – bis zurück in die Bronzezeit. Sie hinterließen in Bauten und Kultur der Region beeindruckende Spuren einer bewegten Vergangenheit.

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  • Kulturelles Leben in Nauders
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Die wirtschaftliche, politische, kulturelle und militärische Grenzsituation prägte viele Jahrhunderte die Entwicklung der Region am Reschenpass. Hier überquerten die Römer auf der Via Claudia Augusta die Alpen, hier rangen quer durch die Jahrhunderte Menschen um Territorien oder wehrten sich gegen Eindringlinge. Gerade in und um Nauders zeugen die Grenzfeste Altfinstermünz, das Schloss Naudersberg, die Festung Nauders, historische Grenzbefestigungen, Bunker und Verteidigungsanlagen, die Museen und viele Sehenswürdigkeiten mehr von einer bewegten Geschichte. Die Alltagskultur damals und heute wird in speziellen Dorfführungen mit Einheimischen spürbar.

Historische Grenzbefestigungen

Reste des Alpenwalls

Die Panzersperre am Plamortboden (2.050 m) hoch über Nauders und die Bunkeranlagen in Graun zeugen von den Verteidigungsbauten im Zweiten Weltkrieg.

Entlang der Reschengrenze wurde in den Jahren 1936 bis 1942 eine umfangreiche Verteidigungslinie (Teil des Alpenwalls) mit Bunkeranlagen, Gefechtsständen, Panzersperren, Kasernen und Nachschubstraßen zum Schutz einer Invasion von Hitler-Deutschland angelegt. Die Bauarbeiten wurden auch nach dem offiziellen Bündniseintritts Italiens unter strengster Geheimhaltung fortgesetzt, im Oktober 1942 jedoch nach wiederholtem Protest des deutschen Reichs eingestellt. Nachdem die Bunker und Sperren seit 1963 dem Verfall preisgegeben waren, hat man sich im Rahmen der Revitalisierung von Altfinstermünz auch ihrer angenommen, saniert und zum Teil zugänglich gemacht. 

Beliebtes Ausflugsziel

Die Gefechtsstände samt Unterkünften sowie die Panzersperre auf Plamort sind ein beliebtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker, die den Hauch der Geschichte hautnah spüren und die tolle Aussicht auf den Reschensee genießen wollen. Besonders beeindruckend sind die sogenannten Drachenzähne: Die Panzersperren wurden im sumpfigen Gebiet nicht wie sonst als Stufen errichtet. In drei Reihen rammte man Lärchenpfähle bis zu einer Tiefe von fünf Metern in den weichen Boden. Die herausschauenden Enden der Pfähle wurden mit Beton verkleidet und eine kegelförmige Stahlspitze aufgesetzt. So konnte zwar Wasser problemlos abfließen, aber Panzer – selbst bei Schnee – nicht darüber fahren.

Auch Teile der Bunkeranlagen in Graun/Südtirol sind mit Führung zugänglich.

Schloss Naudersberg

Tiroler Gericht & Gerichte

Ein Glück für die Schlossgeister: Dank der Initiative einer Nauderer Familie konnte der alte Gerichtssitz Schloss Naudersberg erhalten und Besuchern zugänglich gemacht werden

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1239 als Sitz des Herrn von Nauders. Ab ca. dem Jahre 1300 hatte das landesfürstliche Gericht dort seinen Sitz. Womit auch einige Bauarbeiten am Schloss überliefert sind. Während der Engadiner Kriege, also Ende des 15. Jahrhunderts, ließen Herzog Sigismund der Münzreiche und Kaiser Maximilian I. das Schloss durch Vorwerke, Rondelle, Rundtürme und Wehrgänge erweitern. Bis 1919 blieb Schloss Naudersberg Gerichtssitz, danach gab es im Schloss mehrere Wohnparteien. Einige Jahre war sogar ein Ferienheim untergebracht. Schließlich stand Naudersberg leer und drohte zur Ruine zu werden. 1980 kaufte die Familie Köllemann aus Nauders vom Land Tirol das verwahrloste Gemäuer und begann mit der Restaurierung. Heute sind dort ein interessantes Museum, ein beliebtes Restaurant und Ferienwohnungen untergebracht.

Festung Nauders

Bollwerk der Monarchie

Die Festung Nauders wurde zwischen 1836 und 1846 erbaut und diente als Straßensperre an der Reschenstraße. Sie ist ein einzigartiges Relikt der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Das Sperrfort Nauders wurde 1834 bis 1840 an der Passtraße über den Reschen nahe der mittelalterlichen Niklasmauer erbaut. Es ist ein mächtiger, fünfgeschossiger Steinquaderbau mit Schießscharten und diente einst als Straßensperre, um das Inntal vor möglichen Truppeninvasionen aus der Lombardei oder dem Engadin zu schützen. Die Festung ist die einzige noch vollständig erhaltene Befestigungsanlage aus dieser Zeit und dient heute als Militärmuseum, welches auch die Daueraustellung „Verkehr über den Reschenpaß“ und eine Ausstellung des Modellclubs Nauders zeigt.

Altfinstermünz

Eine Klause atmet Geschichte

Finster? Das war einmal. Durch sorgfältige Restaurierung präsentiert sich die ehemalige Grenz- und Zollstation Altfinstermünz als schmuckes und interessantes Denkmal des „dunklen“ Mittelalters…

Am Sperrfort Nauders beginnt die Straße der Vergangenheit! Die alte Straße fällt steil ab und erreicht bei Finstermünz den Inn. Hier steht eine kleine Kapelle, das alte Zollhaus und – wie an den Felsen geklebt – „Siegmundseck“, erbaut von Herzog Sigismund, dem Münzreichen. Inmitten des Inns steht der alte Klausenturm mit der Holzbrücke, die seit einigen Jahren auch wieder zugänglich ist und damit wieder ein Bindeglied zwischen Tirol und dem Engadin bildet.

Einst von Reisenden gefürchtet aufgrund seiner steilen Felslage und der Gefahr vor Steinschlägen, ist Altfinstermünz heute ein schaurig-schönes Kulturerlebnis für die ganze Familie: Ein Tag in der Grenzfeste entführt ins tiefste Mittelalter, in die Zeit der Ritter, Schmuggler und deren Widerpart – der Zöllner. Große und kleine Gäste entdecken geführt oder individuell die alten Gebäude, die Kapelle, geheime Felsengänge und eine Naturhöhle. Ein Besucherzentrum informiert über die Geschichte und die Revitalisierung der Festung im Rahmen eines großangelegten EU-Interreg IIIB-Projektes.

 

Bewegte Historie

Vom 9. bis ins 11. Jahrhundert war Altfinstermünz die Gerichts- oder Mallstätte für die Region Unterengadin, Nauders und Pfunds. Im Jahre 1078 ließ Herzog Welf im Kriegszug gegen die Bischöfe von Chur in der „Clusa“ (Enge von Altfinstermünz) eine Besatzung zurück. Im Jahr 1159 wurde Altfinstermünz das erste Mal urkundlich erwähnt. 1300 wurden nachweislich Maut und Zoll eingehoben. Die ersten Befestigungsbauten entstanden ab 1472, zum Beispiel der Brückenturm im Inn und Siegmundseck, um sich vor Einfällen aus dem Engadin zu schützen. 1499 war es das Bollwerk in den Engadiner Kriegen. 1502 bis 1537 wurde der mächtige Torturm errichtet, die Durchfahrt wurde mit Pechnasen und Wehrplatte gesichert. Die neue Kapelle Mariä Himmelfahrt wurde 1605 gebaut und geweiht. Ab 1652 war Finstermünz die Grenze zwischen Tirol und Graubünden.

Das Zollamt wurde 1779 nach Martinsbruck verlegt und Finstermünz kam in Privatbesitz. Es wurde zum Gasthaus und zur Bierbrauerei. Der „Burgfrieden“ ging wieder ganz an das Gericht Nauders zurück. 1799 fanden heftige Kämpfe in den Koalitionskriegen (Pfundser Schützen machten 300 Gefangene) statt.

Ab 1856 wurde Finstermünz (ab nun Altfinstermünz), wegen der Vollendung der neuen Straße von der Kajetansbrücke nach Nauders bedeutungslos und nur noch als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Um 1875 entstand eine neue Brücke. 1948/49 fand erneut eine Brückensanierung durch das Denkmalamt statt und die Brücke wurde unter Denkmalschutz gestellt.

Altfinstermünz ist von verschiedenen Seiten zu errreichen, ein Weg führt vom Unterengadin ins Obere Gericht, ein zweiter Weg – die Via Claudia Augusta – führte schon zur Römerzeit nach Altfinstermünz.

Mit der Summercard GOLD und der 3-Länder-Summercard GOLD ist der Eintritt kostenlos, mit der Summercard gibt es eine Ermäßigung.

Museumsführungen

Schloss Naudersberg

Schloss Naudersberg

Die landesfürstliche Gerichtsburg wurde Anfangs des 14. Jahrhunderts errichtet und 1325 erstmals urkundlich genannt. Bis 1919 war die Burg Sitz staatlicher...

Nauders
Museum, Historisches Gebäude
Festung Nauders

Festung Nauders

Einzige vollständig erhaltene Festungsanlage Alt-Österreichs zum Schutz der Südgrenze Tirols. Die Festung wurde um 1840 errichtet, gegenüber steht...

Nauders
Museum, Historisches Gebäude
Altfinstermünz

Altfinstermünz

Aufgrund der geographischen Lage hatte Finstermünz von jeher besondere Bedeutung - einerseits als Strassenverbindung zwischen dem Inntal und Vinschgau und dem...

Pfunds
Historisches Gebäude

Sagen & Geschichte

Überlieferte Sagen und Mythen rund um Nauders am Reschenpass und die Geschichte seiner bewegten Vergangenheit

 

Rundgänge mit Kräuterduft

Nauders hat eine lange und bewegte Geschichte. Bei einer Dorfführung bekommt man sie von Einheimischen erzählt und erfährt bei Veranstaltungen zum Thema Kräuter altes Wissen – neu entdeckt.

Dorfführung

Die Dorfführung durch das stark rätoromanisch beeinflusste Nauders spannt den Bogen von der Römerzeit bis heute. Sie wird jeden Montag von 09:00 bis 11:00 Uhr von Rose-Marie Waldegger geführt, Treffpunkt ist vor dem TVB-Büro, die Teilnahme ist kostenlos, aber sicher nicht umsonst!

Kräuterwanderung

Jeden Freitag von 09:00 bis 11:00 Uhr „entführt“ Kräuterpädagogin Rose-Marie Waldegger Gäste in die faszinierende Welt der Kräuter. Treffpunkt ist vor dem TVB-Büro, die Teilnahme ist kostenlos.

Salbenrühren

Die Natur ist eine einzigartige Apotheke – wenn man weiß, wie! Kräuterpädagogin Barbara Waldegger zeigt Gästen jeden Donnerstag um 09:00 Uhr, wie man Salben rührt und Kräuter mischt. Treffpunkt ist vor dem TVB-Büro, der Unkostenbeitrag beläuft sich auf 10,- Euro.

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